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Das Leben einer PET-Getränkeflasche: Aus Alt wird Neu

PET-Getränkeflaschen sind praktisch und beliebt. Wussten Sie, dass in der Schweiz jedes Jahr über 1,3 Milliarden PET-Getränkeflaschen recycelt werden? Dadurch lassen sich 138'000 Tonnen Treibhausgase vermeiden. Die modernste PET-Recyclinganlage Europas betreibt die Poly Recycling AG in Bilten im Kanton Glarus. In puncto Sicherheit und Qualität setzt sie neue Massstäbe. Bei der Resilux Schweiz AG am selben Ort entstehen aus recyceltem Rohstoff frische PET-Rohlinge. Das ist echte Kreislaufwirtschaft.

Der PET-Kreislauf

1. Abfüllung und Verkauf

In der Schweiz werden jedes Jahr über 1,6 Milliarden PET-Getränkeflaschen abgefüllt. Die PET-Flasche ist damit die beliebteste Getränkeverpackung. Aufgrund der Unzerbrechlichkeit und des leichten Gewichts werden PET-Getränkeflaschen besonders unterwegs gerne genutzt. 2018 wurden über 1,3 Milliarden PET-Getränkeflaschen recycelt (82 Prozent). Die restlichen PET-Getränkeflaschen landen grösstenteils in Abfallbehältern und werden der Kehrichtverbrennung zugeführt.

2. Sammlung

Konsumentinnen und Konsumenten haben viele Möglichkeiten, um gebrauchte PET-Getränkeflaschen zurück in den Kreislauf zu bringen. Landesweit stehen ihnen 55’000 Sammelstellen mit über 220’000 Containern zur Verfügung. Das breite Sammelnetz bietet Komfort und garantiert eine konstant hohe Sammelquote.

3. Transport zum Sortierzentrum

Nach der Sammlung werden die PET-Getränkeflaschen zu den Sortierzentren transportiert. Um dies nachhaltig zu bewerkstelligen, betreibt der Verein PET-Recycling Schweiz zusammen mit 40 Entsorgungspartnern ein dichtes Logistiknetz.

4. Sortierung

Die Sortierzentren verarbeiten stündlich je bis zu 150’000 Flaschen. Zunächst werden die PET-Getränkeflaschen nach Farben aufgeteilt. Durch eine erste Entfernung von Fremdstoffen wird bereits ein Reinheitsgrad von 95 bis 99,8 Prozent erreicht. Anschliessend werden die sortierten PET-Getränkeflaschen zu 200 bis 300 Kilogramm schweren Ballen gepresst.

5. Rückgewinnung

Recyclingzentren wie die Poly Recycling AG in Bilten im Kanton Glarus verarbeiten die farblich getrennten PET-Ballen weiter. Zuerst werden sie von metallischen Verunreinigungen und Etiketten befreit. Dann zerkleinert eine Mühle die PET-Getränkeflaschen zu Flakes (Flocken). Flakes aus Deckeln werden beseitigt, weil sie aus einem anderen Kunststoff bestehen. Die PET-Flakes werden nachher gereinigt und getrocknet.

Um die Lebensmitteltauglichkeit sicherzustellen, werden die Flakes mit modernster Technik einzeln geprüft. Flakesorter erkennen feinste Fremdstoffe und sondern diese zuverlässig aus. Danach werden die Flakes eingeschmolzen und zu Granulat verarbeitet. Auch wenn das Granulat bereits frei von Fremdstoffen ist, wird es zusätzlich erhitzt, damit sich eventuell verbliebene Reste verflüchtigen. Auf diese Weise wird die Qualität des Recycling-PET (R-PET) optimiert, sodass es die strengen Vorschriften des Lebensmittelrechts erfüllt.

Wussten Sie das?

  • In einem geschlossenen Kreislauf entstehen aus alten PET-Getränkeflaschen neue.

  • PET-Recycling verhindert jährlich 138'000 Tonnen Treibhausgase.

  • Die modernste PET-Recyclinganlage Europas betreibt die Poly Recycling AG.

  • Bei der Resilux Schweiz AG entstehen aus recyceltem Rohstoff neue PET-Rohlinge.

6. Flaschenproduktion

In einem geschlossenen Kreislauf entstehen aus alten PET-Getränkeflaschen neue. Bei einer Temperatur von 250 Grad Celsius wird PET-Granulat zu einer zähflüssigen und formbaren Masse. Nach dem Erkalten verbleibt der Kunststoff in der gewünschten Form. Dieses einfache und mehrfach wiederholbare Verfahren wird bei der Herstellung von PET-Rohlingen erfolgreich angewendet.

PET-Rohlinge, sogenannte Preforms, werden mittels Spritzgussverfahren hergestellt. Die Resilux Schweiz AG ist in der Produktion solcher Preforms führend. Sie hat ihren Sitz ebenfalls in Bilten, direkt neben der Poly Recycling AG. Die Nähe zwischen den beiden Betrieben ist aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht sehr sinnvoll. Transportwege und damit verbundene Emissionen fallen dadurch weg.

Energie und Kosten lassen sich im PET-Kreislauf auch sparen, weil Preforms platzsparend zu den Getränkeproduzenten transportiert und erst dort aufgeblasen werden. R-PET wird dadurch noch umweltfreundlicher. Schweizer Getränkehersteller setzen zunehmend auf R-PET. Aktuell liegt der durchschnittliche R-PET-Anteil bei rund 40 Prozent, Tendenz steigend.

David Arnold | Leiter Kommunikation, Verband Schweizerischer Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten

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